ULI JOHANNES KIECKBUSCH

KOMPROVISATIONEN



Uli Johannes Kieckbusch ist sowohl Komponist als auch ein äußerst kreativer und vielseitiger Musiker. Nach seinem Musikstudium begann er seine Karriere als Pianist und Klarinettist, doch hat er sich im Laufe der Jahre zu einem Multi-Instrumentalisten entwickelt. Wie schon zu Beginn seiner musikalischen Reise befasst er sich sowohl mit komponierter als auch mit improvisierter Musik.

Neben durchkomponierten Werken schrieb er Stücke, die den Spielern viel Freiraum lassen, sei es dadurch, dass in die Kompositionen Improvisationen integriert sind, oder mit dem komponierten Material frei umgegangen werden kann.

Daneben stehen Improvisationskonzerte, in denen sich die Musik ohne irgendwelche Absprachen entwickelt. Hier ist vor allem seine langjährige Zusammenarbeit mit dem Berliner Pianisten Bernhard Arndt zu nennen, sowie die Trioarbeit mit dem New Yorker Flötisten Robert Dick und dem Schweizer Cellisten Alfred Zimmerlin.
Uli Johannes Kieckbusch ist auch Objektkünstler und hat somit eine besondere Beziehung zur Bildenden Kunst. Er bezieht sich in seiner Musik gern auf Bilder und Objekte. Wird er für die musikalische Umrahmung einer Ausstellung engagiert, beschäftigt er sich vorher eingehend mit den ausgestellten Werken. Viele seiner Kompositionsaufträge haben den Bezug zu Werken zeitgenössischer Kunst zum Inhalt.

Ähnlich ist es mit seiner Affinität zur Literatur. Er hat immer wieder Versuche unter-nommen, Text und Musik in Beziehung zu setzen. Ein gutes Beispiel dafür ist sein Thomas-Bernhard-Programm.

Kieckbusch erweitert gern die instrumentalen Grenzen durch neue Spieltechniken. So verändert er den Klavierklang durch Präparation des Flügels sehr effektvoll mit originellen Materialien wie z.B. Radiergummis, getrockneten Zitronen und anderen Trockenfrüchten. Dazu kommen Tischtennisbälle und weitere sowohl vorgefundene als auch selbstgemachten Präparationsgegenstände.

Uli J. Kieckbusch wurde am 6.2.1954 in Bruchsal geboren. 1974 - 1982 studierte er an der Staatlichen Hochschule für Musik in Trossingen. Neben dem Klavierstudium beschäftigte er sich intensiv mit Neuer Musik, Jazz und außereuropäischer Musik.

Der vielseitige Pianist hat sich als Interpret von John Cage und Morton Feldman einen Namen gemacht; die improvisatorische Zusammenarbeit mit vielen namhaften Musikerinnen und Musikern wie z.B. Cecil Taylor, Evan Parker, Ned Rothenberg oder Borah Bergman stellt dazu keinen Widerspruch dar. Beide Einflüsse finden sich auch in seinen Kompositionen.