Schwarzwälder Bote / Dienstag, 09.02.2004

Eine Nacht in neuen Klangwelten

Uli Johannes Kieckbusch feiert Bühnenjubiläum mit ungewöhnlichem Konzertabend



Die Creme de la creme der "Neuen Musik" holte Uli Johannes Kieckbusch zur Feier seines Bühnenjubiläums ins Hechinger Museum.

Hechingen. Das gab es in Hechingen so wohl noch nicht. In der "Langen Nacht der Musik" erlebten 300 Gäste am Samstagabend im Museum ein Festival der "Neuen Musik", bei dem sie in neue Klangwelten und außergewöhnliche Tonfolgen eintauchten.

Die Künstler aus dem In- und Ausland und Uli Johannes Kiekbusch, die Hauptperson des Abends, spannten dabei allmählich einen Stimmungsbogen, der locker-beschwingt und später fast ausgelassen wirkte. Anlass des Spektakels war eigentlich der Rückblick des Balinger Komponisten und Pianisten Uli Johannes Kieckbusch auf seine künstlerische Arbeit und das 25. Bühnenjubiläum. Kieckbusch ist Mitglied im Hechinger Kunstverein, der die "Lange Nacht" gemeinsam mit ihm veranstaltete.

Der Komponist, selber ein bekannter Vertreter des Genre "Neue Musik", dankte mit seinem Konzertabend allen, die ihn begleitet und sein Schaffenswerk unterstützt haben. Zudem wurde er am Freitag fünfzig Jahre alt. Von den Wegbegleitern waren viele gekommen, die in der Stadthalle "Neue Töne" vorherrschen ließen und dem Komponisten ihre Reverenz mit vielen Kieckbusch-Kompositionen erwiesen. Beispielsweise mit dem Stück "Quintett", das insbesondere von den beiden Alt- und Sopransaxophonen als reinstes Klanggewitter interpretiert wurde, das schließlich in ein harmonisches, aber abrupt- kadenzähnliches Ende mündete.

In einem "Duo" erzeugte das bewährte Gespann Arndt/Kieckbusch durch Bearbeitung der Saiten ihrer zwei Bechstein-Flügel mit diversen Werkzeugen derartige Flageolett-Töne, dass diese unerhörten Frequenzmodulationen im mittleren Register eine Klanginstallation mit erweitertem Spektrum gleichermaßen darstellten. Als Hymne an den Jubilar spielte Bardo Henning sein eigenes Pianowerk "Vitality", das im zügig gespielten 7/8-Takt, mit tonartversetzten Variationen der Grundthematik, kraftstrotzend daher kam und wohl auch das strukturierteste der aufgeführten, zeitgenössischen Werke war.

Nach dem fast dreistündigen Konzertprogramm im großen Saal wurde zum Büfett im Foyer der Stadthalle gebeten. Eine Schülerband aus Tübingen, dass "Beefy Acoustic Trio", sowie das Jazztrio von Barbara Klobe sorgten dabei für Partystimmung und rundeten die phantastische, "Lange Nacht der Musik" ab.

Willy Beyer