Schwarzwälder Bote / Donnerstag, 15.07.2010

...und die Welt umher versinkt

Uli Kieckbusch und sein Trio verwandelt den Club Schiller in einen musikalischen Stern



Angela Seiwerth, Boris Retzlaff (links) und Uli Kieckbusch (rechts) machten ungewöhnliche Musik im Club Schiller.


Albstadt-Ebingen. Brandneue Stücke hat Uli Kieckbusch zu seinem Konzert mit Angela Seiwerth, Markus Perenthaler und Boris Retzlaff in den Club Schiller mitgebracht. Und ganz nebenbei eine neue Sprache erfunden.

Sprache, das ist für Uli Kieckbusch, den Balinger Komponisten und Musiker, vor allem die Musik. Doch wenn er singt, dann nicht notwendigerweise in Deutsch oder Englisch, sondern in seiner ganz eigenen Phantasiesprache: "Tschabubeju" heißt das Lied, das nur vier deutsche Worte enthält haben die Zuhörer sie entdeckt? Und wissen sie auch, dass Kieckbusch nicht nur die Worte, sondern auch die Töne verändert? Er hat seine Mundharmonika umgestimmt, an den Stimmzungen gefeilt und eigene Stimmen gefunden.

"Eigentlich wollte ich nach dem Musikstudium in Trossingen noch als Klavierbauer in die Lehre gehen", verrät er. Doch die Zeit wurde ihm zu lang.

So griff Kieckbusch zum kleineren Werkzeug und begnügte sich mit einem der kleinsten Instrumente, um daran herumzubasteln. Aber: Welch große Musik er aus der Mundharmonika und den anderen Instrumenten rausholen kann Musik mit viel Humor, die seine Frau Susanne besonders an ihm liebt, Musik mit Einflüssen osteuropäischer Rhythmen, Klänge, die mitreißen, manchmal leicht schräg, ganz und gar nicht angepasst.

Nur ein einziges Lied für diesen Abend mit der Pianistin Angela Seiwerth, dem Schlagzeuger Markus Perenthaler und Boris Retzlaff als Gast des Trios hat Uli Kieckbusch nicht selbst komponiert: ein altes russisches Volkslied. Ganz neu und bisher nur einmal öffentlich zu hören gewesen ist "Von Uli für Uli", Kieckbuschs Hommage an den verstorbenen "Bären"-Wirt Uli Stegmaier, vor dem er sich musikalisch verbeugen will, den er immer noch vor sich sieht.

Es ist vielleicht das einzige Lied an diesem Abend, bei dem sich Uli Kieckbusch nicht selbst vergisst, bei dem er nicht wie sonst an nichts denkt, schon gar nicht an das Publikum, darunter viele Freunde, das ihm und seinen Kollegen ergriffen lauscht.

Musik das ist für Uli Kieckbusch die beste Art, mit anderen in Kontakt zu treten, und was er spielt, das ist gerade recht für einen heißen Sommerabend wie diesen: unterhaltsam, schön anzuhören und zum Die-Welt-Vergessen.

Karina Eyrich