Schwarzwälder Bote / Dienstag, 26.06.2012

Auf Mundharmonika Jazz und Blues gespielt


"TanGoHarMoniKa" lockt nur 20 Zuhörer in Härings Kulturcafé / Fußball als Konkurrenz

Von Wolfgang Trenkle

VS-Schwenningen. Die Welt ist schon manchmal ungerecht: Der Blues und Jazzabend "TanGoHarMonikKa" mit Uli Johannes Kieckbusch stand schon weitaus vor dem Viertelfinalspiel der Deutschen Nationalmannschaft fest. Und doch raubte dieser zeitgleiche Auftritt fernab von Schwenningen dem Konzert zahlreiche Gäste. "Man muss sich klar entscheiden zwischen der Kultur und dem Fußball", so einer der Zuhörer in der Konzertpause, um dann aber kurz vor deren Ende doch noch via Handy den aktuellen Spielstand abzurufen.

Statt dem Spiel mit dem Fußball gab es im Rahmen der Schwenninger Kulturreihe vor allem das mit der Mundharmonika. Sehr einfühlsam begleitet wurde der musikalische Trainer Uli Johannes Kieckbusch, Komponist und Musiker, von Angela Seiwerth am Klavier und Joachim Gröschel am Schlagzeug. Das Trio konnte mit seinem musikalischen Konzept bestens überzeugen. Auch wenn Kieckbusch nach eigenem Bekunden Jahre lang neben der Trossinger Firma Hohner wohnte, erinnerte er sich kaum an das früher einst gerne gespielte, dort produzierte Produkt. Erst später, längst weggezogen, fiel ihm die Mundharmonika ein und er rekrutierte das alte, "fürchterlich riechende" Instrument. Was damit in Sachen Tango, Blues und Balkan-Jazz selbst zu fabrizieren ist, führte er eindrucksvoll vor: Die rund 20 Gäste erlebten einen stimmungsvollen Abend mit eigentümlichen, dafür umso interessanteren Tönen.

Noch seltener als der Gebrauch von Standard-Mundharmonikas in diesem Genre ist jener sogenannter chromatischer Mundharmonikas. Die von Kieckbusch vorgeführte, wurde sogar von ihm selbst zu einer solchen umgebaut.

Zu Gehör brachte der Triogründer darüber hinaus auch Stücke auf dem Piano und gesungene Liebeslieder, so beispielsweise auch ein sehr persönliches, an seinen Vater gerichtetes.