Schwäbische Zeitung / Sonntag, 12.08.2012 (online)

Künstler präsentieren die ersten Ergebnisse


Beim Open House-Abend im Rahmen von Salem2Salem stehen am Samstag Literatur und Musik an

Von Simon Langemann



Uli Johannes Kieckbusch aus Balingen führte durch den Open-House-Abend im Schloss Salem. (Foto: Simon Langemann)

Salem - Seit knapp zwei Wochen finden sich 24 kreativ Schaffende aus verschiedensten Richtungen im Schloss Salem zusammen. Anlass ist das Projekt Salem2Salem, ein interdisziplinäres und interkulturelles Künstlerprojekt, das sich am Samstag im Neuen Museum beim Open House-Abend vorstellte.

Ursprünglich als Austausch zwischen dem hiesigen Salem und der gleichnamigen Stadt in den USA gegründet, findet Salem2Salem dieses Jahr in dritter Auflage statt. Nach der Premiere am Bodensee (2010) und der darauffolgenden Revanche in Salem, New York, kehrte es nun wieder nach Süddeutschland zurück.

Das teils direkt im Schloss untergebrachte Teilnehmerfeld bereichern 2012 Künstler aus den USA, aus Australien, Polen, der Schweiz und der Region Bodensee/Oberschwaben. Noch weniger Grenzen setzte man sich bei der Vermischung der kreativen Fächer: Die zwei Dutzend Anwesenden entstammen neben Malerei und Bildhauerei auch den Sparten Film, Fotografie, Literatur und Musik.

Der Samstagabend im Neuen Museum stellte einen von zwei Open House-Events dar. Bei diesen öffentlichen Vortragsabenden stellen sich in erster Linie jene Salem2Salem-Teilnehmer vor, deren Output sich nicht visuell ausstellen lässt. Während der kommende Donnerstagabend im DGH Salem-Weildorf im Zeichen der Musik steht, lag der Schwerpunkt am Samstagabend im Schloss auf der Literatur.

Und dennoch war es in Justin Morrissey ein Musiker, der den Abend beeindruckend einleitete. Ganz schlicht auf ein Banjo und seinen emotionalen Gesang reduziert, trug er den zahlreich erschienenen Zuhörern zwei ruhige Stücke vor, in denen sich Reggae- und Singer/Songwriter-Klänge verschränkten.

Ähnlich innovativ zeigte sich auch das restliche, bunte Programm, so dass die knapp eineinhalbstündige Vorstellung wie im Flug verging. "Die Künstler lassen sich von der Geschichte und Kultur der Region am Bodensee inspirieren", informiert der Salem2Salem-Prospekt völlig zu Recht. Denn gleich mehrere Autoren verarbeiteten in ihren Werken die schönen Erfahrungen im Schloss und seiner Umgebung.

Bei Kathrin Steglitz aus München entstanden metaphorische Gedichte, bei Zac Ward aus den USA dagegen Texte im journalistischen Stil. Der studierte Musiker Martin Bürck aus Bad Urach entlockte einem großen Gong beeindruckende Klänge und huldigte dabei dem Friedrichshafener Zeppelin. Uli Johannes Kieckbusch aus Balingen, der die Zuschauer als Moderator durch den Abend führte, benutzte eine Loopstation für schräge Stimmexperimente. Verschiedene Slogans nahm er auf und legte sie mehrfach übereinander.

Offiziell eröffnet wird die Salem2Salem-Ausstellung im Neuen Museum übrigens am Samstag, 18. August. Die Vernissage steht damit am Ende der dreiwöchigen kreativen Schaffensphase.